Am 12. März 2026 fand das 14. IT-Forum Oberfranken an der Hochschule Hof statt und setzte mit dem Leitthema „Digitale Souveränität“ einen klaren Fokus auf eine der drängendsten Zukunftsfragen für Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Die etablierte Leitveranstaltung der Region brachte erneut Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und IT-Expert:innen zusammen, um über Wege zu einer sicheren, unabhängigen und nachhaltigen digitalen Zukunft zu diskutieren.
Starker Auftakt an der Hochschule Hof
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann von der Hochschule Hof. Auch Oberbürgermeisterin Eva Döhla war vor Ort und unterstrich die Bedeutung des IT-Forums als wichtige Plattform für Austausch, Vernetzung und Zukunftsimpulse in der Region. Prof. Dr. René Peinl, wissenschaftlicher Leiter an der iisys und Organisator des diesjährigen IT-Forums Oberfranken, führte in das Thema ein und machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, wie groß der Handlungsdruck inzwischen ist.
Digitale Souveränität ist keine Option mehr
Unter dem Eindruck wachsender technologischer Abhängigkeiten und geopolitischer Unsicherheiten stellte Peinl die Frage nach der digitalen Handlungsfähigkeit Deutschlands in den Mittelpunkt. Mit Blick auf internationale Entwicklungen, rasante Fortschritte in der KI-Forschung und die zunehmende Konzentration technologischer Infrastruktur wurde deutlich: Digitale Souveränität ist nicht länger ein abstraktes Ziel, sondern eine konkrete wirtschaftliche und strategische Notwendigkeit. Gerade auch Industrieunternehmen, so eine der zentralen Aussagen, seien heute im IT-Bereich aktiv – ob sie wollten oder nicht.
Etabliertes Format mit wachsender Relevanz
Einen Blick auf die Entwicklung des Formats warf Prof. Dr. Richard Göbl, Gründer des IT-Forums. Er erinnerte an die Anfänge der Veranstaltung mit rund 150 Teilnehmenden und hob hervor, wie stark sich das Forum über die Jahre etabliert hat. Mit inzwischen durchschnittlich 350 Besuchern zeige sich eindrucksvoll, wie relevant die Themen rund um Digitalisierung, Daten und technologische Zukunftsfähigkeit für Unternehmen und Institutionen in der Region sind.
Politische Perspektive auf technologische Unabhängigkeit
Die erste Keynote-Sprecherin Dr. Silke Launert, Staatssekretärin, konfrontierte das Publikum mit einer zentralen Frage: Wie digital souverän fühlen wir uns tatsächlich – und wie abhängig sind wir bereits von großen internationalen Technologiekonzernen? Sie verwies auf die wachsende Verwundbarkeit durch digitale Abhängigkeiten und betonte die Bedeutung politischer und technologischer Rahmenbedingungen, um Forschung zu stärken, eigene Trends zu setzen, Potenziale von Open Source gezielt zu nutzen und die dafür notwendige Infrastruktur bereitzustellen. Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass digitale Souveränität heute keine Option mehr ist, sondern eine Notwendigkeit.
Versteckte Monopole und neue Abhängigkeiten
Einen weiteren starken Impuls setzte die Tech-Journalistin Eva Wolfangel mit ihrer Keynote „Die unsichtbaren Monopole hinter KI und Cloud – warum wir digitale Souveränität neu denken müssen“. Sie zeigte eindrücklich auf, wie sehr globale Wertschöpfungsketten im digitalen Bereich von einzelnen Schlüsselakteuren abhängen – etwa in der Halbleiterproduktion oder bei Cloud- und KI-Infrastrukturen. Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, wie verletzlich technologische Systeme werden, wenn sie auf wenigen zentralen Akteuren beruhen. Gleichzeitig machte ihr Vortrag deutlich, dass Souveränität mehr bedeutet, als nur aufzuholen: Sie ist Voraussetzung für echte Innovationskraft und nachhaltige Zukunftsfähigkeit.
KI und Robotik schaffen längst neue Realitäten
Auch Prof. Dr. Gunter Dueck, Mathematiker, Bestsellerautor und ehemaliger Chief Technology Officer bei IBM Deutschland, sorgte mit seinem Vortrag „Humanoide, übernehmen Sie! – Wie Roboter unsere Mitmenschen werden und welche Chancen das unserer Wirtschaft bietet“ für einen pointierten und zugleich nachdenklich stimmenden Blick auf aktuelle technologische Entwicklungen. Dabei wurde klar: In den Bereichen KI und Robotik entstehen längst neue Märkte, neue Dynamiken und neue Formen der Wertschöpfung. Sein Vortrag machte deutlich, dass technologischer Vorsprung nicht durch Abwarten entsteht, sondern durch konsequentes Handeln, mutige Entscheidungen und den Willen, Entwicklungen aktiv mitzugestalten.
Plattform für Austausch, Orientierung und Vernetzung
Insgesamt bot das IT-Forum Oberfranken 2026 ein vielseitiges Programm mit Vorträgen, Praxisbeispielen und Diskussionen rund um digitale Souveränität, IT-Sicherheit, Datenhoheit und zukunftsfähige Technologien. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie eng wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, technologische Unabhängigkeit und Innovationskraft inzwischen miteinander verknüpft sind. Für die rund 300 Teilnehmenden bot sich einmal mehr eine wertvolle Gelegenheit, aktuelle IT-Trends einzuordnen, Lösungsansätze kennenzulernen und sich mit führenden Köpfen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu vernetzen.
Digitale Zukunft aktiv mitgestalten: VLEX als Gold-Sponsor vor Ort
Als langjähriger Gold-Sponsor war auch VLEXsoftware erneut vor Ort vertreten. Der Austausch mit Unternehmen, Fachpublikum und Partnern zeigte, wie stark das Interesse an datengetriebenen Lösungen, intelligenten Technologien und praktikablen Strategien zur Stärkung digitaler Souveränität ist. Gerade in einer Zeit wachsender Komplexität und zunehmender technologischer Abhängigkeiten wird deutlich, wie wichtig integrierte Datenstrategien und zukunftsfähige IT-Lösungen für eine nachhaltige Wertschöpfung sind.
Das 14. IT-Forum Oberfranken 2026 hat damit einmal mehr bewiesen, warum es zu den wichtigsten Plattformen für digitale Zukunftsthemen in der Region zählt – und warum der Dialog über digitale Souveränität jetzt mehr denn je geführt werden muss.




